Pranayama


Pranayama – die bewusste Atmung und ihre Auswirkungen

Prana beschreibt in der Yogatradition die Lebensenergie, vergleichbar mit dem Qi (manchmal auch Chi geschrieben) aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und dem Daoismus (Taoismus). Yama bedeutet steigern, erhöhen oder auch verändern. Durch Pranayama kann man einfach gesagt also seine Lebenskraft verbessern. Beim Pranayama verändern wir bewusst drei Aspekte unserer Atemhalung: die Einatmung (puraka), die Ausatmung (rechaka) und die Pause dazwischen (kumbhaka). Dadurch können wir unsere Vitalität und Konzentration erhöhen, außerdem ist Pranayama eine tolle Einleitung zur Meditation da unser Geist ruhiger und fokussierter wird. Die Praxis von Pranayama wird besonders für Menschen mit Schlafproblemen, Depressionen und stressbedingten Krankheiten empfohlen und auch bei Herzproblemen soll es positive Auswirkungen haben.

Einführung in Pranayamatechniken

Es ist sehr wichtig Pranayama bei einem qualifizierten Lehrer zu lernen, da wir unser Prana-System (unseren Energiehaushalt) durch die falsche Anwendung von Pranayama auch negativ beeinflussen können. Wenn wir Pranayama aber korrekt benutzen hilft es Blockaden in den Meridianen (Energiebahnen) zu lösen und Giftstoffe aus dem Blut zu befördern. Die Lunge wird von verbrauchter Luft befreit und gereinigt, der gesamte Körper wird mit frischem Sauerstoff versorgt und gleichzeitig wird alles Kohlendioxid effizient ausgestoßen. Die rhythmische Atmung erzeugt einen sanften inneren Druck im Körper, der Fluss der Rückenmarksflüssigkeit wird stimuliert. Das Gehirn wird mit frischer Energie durchspült und dadurch können die Gehirnzellen optimaler funktionieren.

Wechselatmung – Nadi Shodhana (Nadi Sodhana)

Ein guter Einstieg in Atmungsübungen ist die Wechselatmung, die auch als Anuloma Viloma bekannt ist. Die Wechselatmung kannst Du unbesorgt auch ohne Aufsicht für Dich alleine Zuhause üben oder auch im Büro wenn Du mal eben Zeit hast und Deine Konzentrationsfähigkeit wieder steigern willst. Ein paar Minuten reichen und Du fühlst sofort die positive Wirkung davon.

Setz Dich aufrecht auf einen Stuhl oder in den Schneidersitz (Sukhasana / Sukansana) auf Deine Yogamatte. Vielleicht möchtest Du ein Sitzkissen (Yogabolster) benutzen um den Rücken besser gerade halten zu können. Wenn Du bereits den Lotussitz (Padmasana) beherrscht setzt Du Dich so hin.

Atme ein paar Mal tief ein und aus und versuche dabei Deine Atmung bis in den Bauchraum zu schicken. Wenn Du gerne die Augen schließt um besser nach innen zu kehren, tu das. Sei ganz Du selbst, such eine entspannte Haltung für Dich.

Nehm Deine rechte Hand und beuge Deinen Zeigefinger und Deinen Mittelfinger zur Handfläche hin. Wenn Du es einfacher findest den Ringfinger auch mit zu beugen, tu das. Versuche Dich so wenig wie möglich zu verspannen.  Bringe Deine Hand zur Nase und platziere den Daumen bei Deinem rechten Nasenloch und Deinen Ringfinger und kleinen Finger (oder nur den Kleinen) beim linken Nasenloch.

Atme tief ein und schließe dann dein rechtes Nasenloch. Atme durch Dein linkes Nasenloch aus. Probiere vollständig auszuatmen. Vielleicht entsteht eine kleine Pause. Dann atmest Du wieder tief ein, nur durch das geöffnete linke Nasenloch. Schließe beide Nasenlöcher. Pausiere hier. Wenn Du wieder ausatmen musst, öffne Dein rechtes Nasenloch wieder und lasse die Atemluft nur durch das rechte Nasenloch ausströmen. Pausiere wieder.

Dann atmest Du wieder tief durch das rechte Nasenloch ein. Du schließt es und pausierst. Dann öffne links wieder, atme hier aus, pausier und wieder ein, schließe und pausiere, öffne das rechte Nasenloch und so weiter. Behalte AUS und EIN auf derselben Seite. Dann wechselst Du. Probiere auch bei der Wechselatmung tief bis in den Bauch zu atmen.

Probiere den Atemrhythmus zu kontrollieren

Sobald Du Dich an die Wechselatmung gewöhnt hast, probierst Du die Atmung in einen regelmäßigen Rhythmus zu bringen. Zähle Deine Einatmung. Wenn Du nur bis 2 zählen kannst versuchst Du bewusst die Einatmung durch regelmäßiges Üben langsam auf mindestens 3 oder 4 zu verlängern. Bleibe dabei sanft mit Dir, die Atmung sollte natürlich und ohne Mühe strömen.

Die Einatmung gibt die Länge der Pause und die Dauer der Ausatmung vor. Das Verhältnis sollte 1:1:2 sein. Wenn Du auch schon nach der Ausatmung pausieren kannst fügst Du das auch noch hinzu = 1:1:2:1. Die Ausatmung sollte zweimal so lang wie die Einatmung und die Pausen sein. Sobald Du Deine Atmung verlängern kannst verändert sich die Dauer = beispielsweise 4:4:8(:4).

Aktiviere zusätzlich Deine Intuition

Die Yogaphilosophie kennt verschiedene Energiezentren (Chakras) in Körper. Auf der Höhe der Augenbrauen sitzt mittig das Ajna Chakra was in Verbindung steht mit Intuition und innerer Weisheit. Durch während der Atemübung bewusst sachten Druck auf diese Stelle der Stirn auszuüben und seine Konzentration darauf zu richten, kann man dieses Chakra noch zusätzlich positiv beeinflussen. Die Stelle wird auch als das „dritte Auge“ bezeichnet weil wir hier lernen können Dinge wahrzunehmen die wir mit unseren physischen Augen nicht sehen können.

Platziere Deinen Ringfinger und Deinen Mittelfinger zwischen Deinen Augenbrauen, also auf der Höhe vom Ende deiner Nasenwurzel. Probiere die Stelle zu ertasten, die sich für Dich richtig anfühlt. Wenn Du noch Schwierigkeiten hast den Ringfinger zu beugen und zum Verschluss des linken Nasenloches zu gebrauchen, kannst Du ihn auch noch auf der Stirn platzieren. Es wäre aber gut wenn Du Dich langsam an die traditionelle Haltung umgewöhnst.

Während Du die Wechselatmung ausübst probierst Du Dich nun auf Dein drittes Auge zu konzentrieren. Bleibe dabei entspannt, achte darauf dass Du Deine Stirn nicht verkrampfst oder Deine Kiefer verspannst. Übe völlig entspannt und ohne Erwartungshaltung. Beobachte was in Dir geschieht. Auf meinem Youtube-Channel zeige ich Dir die Wechselatmung in einem Video und demnächst gibt es mehr einfache Pranayamaübungen hier in meinem Blog.

Bis bald hoffentlich, Yogalexa

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