Sridaiva Yoga


Sridaiva Yoga – finde Deine natürlichen Kurven

Sridaiva ist eine der neusten modernen Yoga Strömungen die aus den USA zu uns nach Europa kommen. Als ich vor Kurzem Sridaiva Yoga zum ersten Mal kennen lernen durfte, bin total ins Schwitzen gekommen…

Auch Yoga verändert sich

Die Wiege des Yogas liegt in Indien, doch seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts werden durch die Yogapraktizierenden in den USA immer wieder neue Yogastile geboren, die nach und nach wie andere Lifestyle-Vorbilder auch auf unseren Kontinent schwappen.

Wie bei jeder neuen Bewegung entsteht gleichzeitig auch Widerstand. Die Kritiker von Sridaiva und anderen neuen Yogastilen sind gegen die Verwässerung der Yogatradition. Meiner Meinung nach ist Yoga so dynamisch wie das Leben selbst und so auch ständiger Veränderung unterworfen. Ausserdem wird niemand dazu gezwungen, um neue Stile auszuprobieren, die Wahl haben wir immer selbst.

Was ich schon verstehe ist, dass es schwierig wird wenn Yogalehrer ein Copyright auf ihre Serien haben wollen. Yoga kann man nicht patentieren. Yoga ist eine Jahrtausend alte Tradition die von einer Generation an die nächste weitergegeben wurde, zum freien Nutzen für allen Menschen.

Reaktionen aus Indien

Vor allem in den USA hat sich eine Billionen schwere Yoga-Industrie entwickelt. Dort gibt es auch schon die ersten Rechtsstreits um Copyright-Verletzungen zwischen einem Yogaguru und dem Anderen. Um weitere Patentansprüche für Yoga und Ayurveda aus dem Ausland zu vereiteln, hat das indische Ministerium für Wissenschaft und Technologie darum eine eine Datenbank mit dem Namen „Traditional Knowledge Digital Library“ (TKDL) angelegt. Hier sollen rund 1500 Asanas oder Yogahaltungen registriert werden, um so weitere „Yogapiracy“ zu vermeiden.

Außerdem hat der indische Premierminister Modi der selber auch praktizierender Yogi ist, im November 2014 Shripad Yesso Naik zum weltersten Yogaminister ernannt. Naiks vollständiger Titel ist Minister für „AYUSH“, die Abkürzung für Ayurveda, Yoga und Naturheilkunde, Unani, Siddha und Homöopathie. Sein Aufgabenbereich ist alle diese seit Jahrtausenden überlieferten Lehren im Sinne der indischen Regierung zu propagieren.

Zurück zu Sridaiva

Wie dem auch sei haben 2013 Desi Springer und John Friend im Yogacenter Vital Yoga in Denver Colorado den neuen Yoga Style Sridaiva ins Leben gerufen. Sridaiva ist ein Name aus dem Sanskrit und bedeutet „göttliche Bestimmung“. Das klingt schon mal toll und so gehe ich voller positiver Erwartungen völlig offen an meine erste Sridaiva Erfahrung heran.

Hier in den Niederlanden, wo ich zur Zeit lebe, habe ich die Einführung von Sridaiva in Johan Noorloos „ Nieuwe Yogaschool“ in Amsterdam im Juli leider verpasst. Aber ein Glück habe ich nun bei meinem Aufenthalt in Mallorca die Gelegenheit mein Lieblings-Yogastudio Zunray in Palma zu besuchen.

Yogalexa_mein_Lieblingsplatz_in Palma_Zunray_Yogastudio

 

Zunray befindet sich mitten im Herzen der Altstadt von Palma und ich kann jedem der auf Mallorca ist nur empfehlen dort eine oder mehrere Stunden zu besuchen. Zunray arbeitet auch viel mit internationalen Yogalehrern die dort Workshops geben. Wenn Du mehr wissen willst, schau einfach auf ihre englischsprachige Webseite: wwww.zunray.com

 

Heute am Montag gibt Gabriela die Sridaiva Stunde bei Zunray. Voller Neugierde beginne ich den Unterricht. Was ich bisher über Sridaiva gelesen habe ist, dass sich bei Sridaiva alles um die S-förmige Ausrichtung der Wirbelsäule dreht und das dadurch ein Spannungsbogen im Körper entsteht der mit Federspannung verglichen wird. Das perfekte Ausrichten bestimmter Körperteile ist an sich nichts Neues in der Yoga Welt, schon Iyengar hat seine Schüler auf die minutiös korrekte Ausführung der Asanas getrimmt.

Fühle Deine Mitte

Was Sridaiva wirklich zu einer neuen Körpererfahrung macht, ist die Konzentration auf die Körpermitte. Während in anderen Yoga Richtungen immer wieder auf die gerade Haltung des Rückens hingewiesen wird, wird der Yogaschüler bei Sridaiva mit ganz neuen Anweisungen konfrontiert. Immer wieder probieren wir während der Yogastunde unseren Körper in die Form von einem S zu bringen, die natürliche Haltung der Wirbelsäule soll dadurch nachgeahmt werden. Konkret bedeutet das: das Becken nach vorne kippen während der untere Rücken gebogen wird, den Brustkorb weit öffnen und dabei Herz in Richtung Himmel strahlen lassen und die Kehle öffnen durch den Hals bewusst zu verlängern und sacht nach hinten zu biegen.

Bei stehenden Übungen bleiben die Knie die ganze Zeit gebogen während wir uns mit hochgezogenen Fersen auf den Zehenspitzen bewegen. Ich spüre wie meine Quadrizeps auf Hochtouren arbeiten und bin gespannt ob ich morgen Muskelkater kriege. (Anmerkung Alexa: Erstaunlicherweise hatte ich überhaupt keinen Muskelkater obwohl sich die Asanas und Bewegungen teilweise komplett neu für mich anfühlten. Top!) Ich spüre diese ungewöhnlichen Posen überall.

Zum ersten Mal wünschte ich mir einen Spiegel im Yogastudio

Die Yogastunde wird komplett in Spanisch gegeben und ich komme an meine Grenzen. Während ich versuche mein Ohr in die Richtung von meiner Schulter zu bringen werde ich durch Gabriela sacht an meinem Ellbogen korrigiert. Oh ja „ el codo“, während mir der Schweiss über die Stirn läuft, fällt mir die Bedeutung des Wortes plötzlich wieder ein.

Dieser neue Yoga Stil gefällt mir, denn er fordert mich heraus mit meiner ganzen Aufmerksamkeit in meinem Körper zu bleiben. Gedanken die abschweifen haben in dieser Klasse absolut keinen Platz.

Auf den Partys meiner lateinamerikanischen Freundinnen kriege ich immer wieder zu hören „Mueve la cintura, Alexa“ , das selbe Prinzip: Bewege Deine Taille, Deine Hüften, Deinen Po. Etwas was wir in Europa leider nicht wirklich lernen, so ist es bei mir jedenfalls und wenn ich mich in Deutschland oder den Niederlanden auf der Tanzfläche umschaue, bin ich nicht die Einzige damit.

Die Körpermitte also, wie fühle und bewege ich die? Eigentlich dachte ich, dass ich durch Yoga ein gutes Körpergefühl entwickelt hätte, aber durch meine Erfahrung auf der Yogamatte heute bin ich mir dessen nicht mehr ganz sicher;-)

Eines habe ich aber jetzt schon fest beschlossen: das war bestimmt nicht meine letzte Stunde Sridaiva Yoga!

Und so stehe ich schon am nächsten Tag wieder auf meiner Yogamatte bei Zunray.

Heute gibt Zaira die SriDaiva-Stunde. Du kannst Zaira unter: www.zairalealyoga.com finden, sie hat einen tollen Yoga-Blog in Spanisch und Englisch und sie ist für mich eine sehr inspirierende und weise Yogalehrerin. Ich geniesse jedes Mal den Yoga-Unterricht bei ihr wenn ich in Mallorca bin.

Heute geht es in Zairas Sridaiva-Stunde um die „richtige Einstellung“. In Spanisch gibt es das schöne Wort actitud, in Englisch ist es attitude und auch im Deutschen kennen wir das Wort Attitüde. Es geht um unsere innere und äußere Haltung.

Schon mal über Deine Attitüde nachgedacht?

Was bedeutet also „meine Haltung“? Oft beschränken wir diesen Ausdruck auf unsere Körperhaltung oder auf unsere Einstellung zu einem bestimmten Thema. Dabei besteht ein komplexes Zusammenspiel zwischen unserer äusseren Haltung und unser inneren Haltung. Unser Körper spiegelt unsere innere Haltung deutlich nach Aussen wieder und sagt dabei viel mehr über uns aus, als Tausend gesprochene Worte es können. Körpersprache und non-verbale Kommunikation laufen oft unterbewusst ab. Und doch bestimmen sie unseren Alltag und unsere Reaktionen auf Andere.

Oft sind wir so in unseren Gedanken verstrickt und vergessen dabei völlig unseren Körper und auch unsere Haltung. Der Körper passt sich unseren Empfindungen an. Wenn Du Dich beispielsweise nicht wohl fühlst in Deiner Haut, kann ich das sofort auch an Deiner Körperhaltung erkennen. Du hast dann automatisch die Neigung Deine Schultern hoch zu ziehen und den Kopf zum Boden zu neigen. Wenn Du Dich ärgerst, kannst Du fühlen wie sich alles in Dir zusammenballt und sich Dein ganzer Körper anspannt. Wenn Du Dich danach nicht aktiv wieder entspannst, bleibt diese Körperspannung in Dir gespeichert. Über längere Zeit können so Verspannungen entstehen.

Was hat das mit Deiner Einstellung zu tun?

Du kannst beschliessen bewusst wach und aufmerksam zu bleiben und das ist zu Deiner Grundeinstellung zu machen.

Dadurch wirst Du Dir immer wieder aller Veränderungen und Reaktionen von Dir bewusst und kannst so bewusstere Entscheidungen treffen und besser im Hier & Jetzt bleiben.

Du kannst Dein Inneres durch Deine Körperhaltung bewusst verändern

Die Körper-Geist Verbindung wirkt in beide Richtungen. Deshalb hat Yoga auch so eine grosse positive Auswirkung auf unser Sein. Wenn wir unsere Asanas praktizieren verändern wir gleichzeitig auch unser innere Person. Und auch schon so kleine Korrekturen unser Körperhaltung wie das sich bewusste Aufrichten, den Brustkorb zu öffnen und die Schulterblätter sanft zu einander zu ziehen geben gleichzeitig eine Botschaft an unser Empfinden: Hast Du schon mal probiert Dich mit hoch erhobenen Haupt deprimiert zu fühlen? Das ist beinahe unmöglich! Nutze dieses Wissen für Dich!

Fake it ‚til you make it!

Tue also körperlich einfach so als ob Du Dich in diesem Moment selbstbewusst, stark und zufrieden fühlst und Deine Gefühle werden Dir folgen!

Hier noch eine tolle Übung dazu für Dich:

Setze Dich vor einen Spiegel und probiere Dich eine ganze Minute lang an zu lachen. Unbedingt die 60 Sekunden voll durchhalten, danach kommt die gute Laune ganz von selbst!

Versuche das ab heute jeden Morgen zu machen und Du wirst staunen wie glücklich Du Dich auf einmal fühlst, selbst wenn sich nichts anderes an Deinen Lebensumständen verändert hat.

Wir brauchen Rituale, wir brauchen Gewohnheiten um aus unserem Inneren zu agieren anstatt uns vom Externen mitschleifen und leben zu lassen.

Ich wünsche Dir ein tolle neue Attitüde!

With love, Alexa

 

 

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