Yin Yoga


YinYoga wird immer populärer. War es bis vor ein paar Jahren nur Insidern bekannt, bieten jetzt immer mehr Yogaschulen auch YinYoga-Stunden an. Was ist das Geheimnis von Yin?

Das Prinzip von Yin und Yang kommt aus der Tao- Philosophie. Es geht davon aus, dass alles aus Gegensätzen besteht, dass wir in Dualität existieren. Beide Seiten gehören zum Leben dazu und keine der beiden ist besser als die andere.

Das ist wichtig zu verstehen, da wir als Menschen oft die Tendenz haben um alles zu beurteilen und in Kategorien von Gut & Schlecht / Böse oder Richtig & Falsch einzuteilen. Dabei haben alle Zustände ihre Berechtigung. Am Liebsten wären wir immer nur gut drauf und fröhlich, erfolgreich und voller Energie. Aber dabei gehören die Gegensätze genauso dazu, wären wir niemals traurig hätten wir keine Vergleichsmöglichkeiten und wüssten gar nicht wie Glück sich anfühlen würde. Wir würden untergehen im Zustand von gleichbleibender Gleichgültigkeit.

Sicher hast Du schon mal irgendwo das Yin&Yang Zeichen gesehen.

Yin Yoga mit Yin & Yang

Yin beschreibt dabei die frauliche Energie und Yang die männliche. Yin steht für Ruhe und Stillstand, Yang für Bewegung. Wenn wir es in Yogaqualitäten = Gunas ausdrücken steht Yin für tamisch und Yang für rajisch. Yin beschreibt den Himmel und Yang steht für die Erde. Das können wir auch auf unseren Körper übertragen: Yin steht für die Knochen, das feste und statische in uns und Yang steht für das Chi oder Prana, wie die Lebensenergie im Yoga bezeichnet wird. Die Energie fliesst und ist beweglich, auch das Blut in uns gehört zu Yang. Der Mond steht im Zeichen von Yin und die Sonne gehört zu Yang.

Auf das Jahr bezogen gehört Yin zum Winter, zum Stillstand und zur Ruhe. Yang zum Frühling & Sommer, zum Wachstum und Blühen. Verstehst Du ein bisschen das Prinzip?

Energie fliesst durch unseren Körper

Auch die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM genannt, gebraucht diese Gegensätze um Disbalanzen im Körper zu identifizieren, die zu Krankheiten führen kommen. Der natürliche Zustand unseres Körpers ist Gesundheit, davon geht auch das Ayurveda aus. Ayurveda ist die indische Variante der TCM, die Gesundheitskunde des Yogas. Die beiden Systemen gehen von denselben Prinzipen aus, nur die Bezeichnungen sind anders: TCM nennt die Energiebahnen im Körper Meridiane und im Ayurveda heissen sie Nadis.

Die Theorie dahinter ist die gleiche: beide gehen davon aus, dass durch unseren Körper Energiebahnen fliessen und dass diese blockiert werden können und wir dadurch Krankheiten entwickeln.
Beim YinYoga werden diese Energiebahnen bewusst stimuliert und geöffnet, man könnte sagen Yin Yoga wirkt wie eine Akupunktur Behandlung auf unseren Körper.

Yin Yoga ist die perfekte Yogaform für unsere moderne Zeit

Während wir immer mehr leisten müssen und ständig online und beschäftigt sind, lädt uns YinYoga dazu ein, wieder ruhiger zu werden und nach innen zu kehren. Die gesamte Yogaeinheit ist wie eine grosse lange Meditation in der wir uns wieder auf uns selbst besinnen und tief im Körper spüren können wo wir fest sitzen, nicht nur auf körperlicher Ebene sondern auch auf geistigem Niveau.

Während wir im Yang Yoga unsere Muskeln stärken und unseren ganzen Körper rhythmisch bewegen und durch aereophobe Übungen reinigen und in Balance bringen, geht es im Yin Yoga um Stille und tiefen Stretch. Wir gehen bewusst „kalt“ d.h. ohne unsere Muskeln aufzuwärmen in eine Yoga Position oder Asana und bleiben dort für 2 bis 5 Minuten. Wir probieren unsere Muskeln dabei völlig zu entspannen und mit jeder Ausatmung auf einem noch tieferen Niveau loszulassen. Dadurch geben wir unserem Körper die Chance auch die sogenannte Fascia zu stretchen und so kreieren wir neuen Raum in uns. Fascia bezeichnet das Bindegewebe, die Sehnen und eigentlich alles Gewebe was nicht Muskelgewebe ist. Wir brauchen mindestens 1 Minute in einer statischen Haltung um an dieses tieflegende Gewebe „ heran zu kommen“. Erst wenn die Muskeln wirklich völlig entspannen kommen wir an dieses tiefer liegende Niveau. Während wir uns dann still in einer Yogahaltung befinden können wir auch in uns spüren wie viel wir eigentlich unbewusst in unserem Körper noch festhalten. Die bewusste tiefe Atmung hilft uns dabei stets tiefer los zu lassen.

Wir besitzen nicht nur einen physischen Körper sondern auch einen energetischen.
All unsere Erlebnisse von frühster Kindheit an speichern wir in unseren Zellen, manche Theorien besagen sogar dass wir bereits im Mutterbauch Erinnerungen in uns aufnehmen.

Von all diesen Dingen sind wir uns meistens gar nicht mehr bewusst und doch können wir diese in unserem Gewebe noch spüren. Durch die tiefwirkenden Yin-Yoga Übungen werden diese Traumas aus unserem Körper befreit. Wir können sie dann endlich hinter uns lassen. Darum kann Yin Yoga auch manchmal sehr emotional sein. Vielleicht kommen Gefühle in uns auf die wir vorher gar nicht bewusst erfahren haben. Alles was an die Oberfläche kommen darf kann dann auch gehen. Wir behalten nur in uns was wir versuchen zu verdrängen und was wir keinen Raum geben in uns.

Versuche Dir selber die Zeit und den Platz zu geben den Du verdienst. Ich kann Yin-Yoga wirklich JEDEM wärmsten empfehlen. Wenn Du gerne einmal ein paar Übungen ausprobieren möchtest, kommst Du hier zu einem Video. Viel Spass dabei!

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